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1140 beauftragte der Dekan des Stiftes Innichen seinen Vogt Graf Arnold
von Morit-Greifenstein, in seinem Waldgebiet namens "Valgrata"
Rodungen vorzunehmen und Bauern des Haupttales dort anzusiedeln. Für
dieses kolonisatorische Unternehmen im Villgratental wählte er Interessenten
aus den Familien des Haupttales. Die Siedler wurden durch Gratiszuteilungen
von Vieh und Getreide dazu ermuntert und anfänglich auch von Abgabeleistungen
berfreit. Die Siedler betrieben zunächst ausschließlich Viehwirtschaft.
Danach richtete sich die Art des Grundzinses, der aus Tierprodukten wie
Käse, Schmalz und Fleisch bestand. Diese Viehhöfe hießen
"Schwaigen". Die ersten Hofgründe wurden an Stellen gerodet, die klimatisch günstig,
sicher vor Naturkatastrophen und nahe bei den Almweiden gelegen waren. Insgesamt
wurden 64 Urhöfe angelegt. Nach 1400 wurden Urhöfe geteilt,
(Zweiteilung wie Unter- und Oberhochwalden, Dreiteilung wie Unter-, Ober-
und Außerbrunn) um mehr Menschen Unterkunft und Einkommen zu ermöglichen.
Nur wenige Urhöfe blieben ungeteilt. Mit der Urhöfeteilung setzen
auch Hausteilungen ein. Schließlich führte das zur Entstehung
neuer Hofweiler. Neben den Hofbesitzern gab es außerdem noch Klein-
oder Soldhäusler, die sich im Broterwerb mit Handwerk, Tagwerk und
Gewerbe beschäftigten. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts betrug dieser
nichtbäuerliche Bevölkerungsanteil an die zehn Prozent. Im Jahre 1545 zählte Außervillgraten 90 Bauern, davon 38 mit einem ungeteilten Urhof; 1628 waren es 99; 2001 insgesamt 88 bewirtschaftete Bauernhöfe. Das Gesicht des ursprünglich reinen Bergbauerndorfes hat sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt. 1962 setzte ein intensives Bemühen um die Höfeerschließung ein. Inzwischen sind nicht nur alle Höfe erschlossen, sondern ebenso ca. ¾ der gesamten Waldfläche. Die Zahl der Vollerwerbsbauern ging deutlich zurück, der Trend zum Nebenerwerbsbauern hält an. Wegen der zu harten Frondienste, Missjahre, anderer Katastrophen und
Übervölkerung wanderten im 15. Jahrhundert an die 300 Außervillgrater
nach Sappada (ehemals Bladen) im oberen Piavetal aus. Dort lebt heute
noch eine deutschsprachige Bevölkerung mit der Mundart des oberen
Pustertales. Besonderheiten und Katastrophen - 1827 wurde die erste Güterseilbahn Tirols vom Villgrater Pirgler
Michael gebaut.
Blatternepidemie Lungenentzündung Grippeepidemie Hafermisswuchs Hungersnot Hagelschlag Brände Kriegsopfer Hochwasser
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